
Jugend und erste Wanderjahre
Geboren 1811 in Raiding wurde Franz Liszt bereits in seiner frühesten Kindheit als pianistisches Wunderkind gefeiert. 1823 übersiedelte er mit seiner Familie nach Wien, wo seine erste Komposition entstand. Studienaufenthalte in Paris sowie Konzerttourneen durch Frankreich, die Schweiz und England folgten. In den folgenden Parischer Jahren veröffentlichte Liszt nur wenige Kompositionenn. Liszt schloss Bekanntschaft mit Wortführern der literarischen romantischen Bewegung und avaciert zum Liebling der Pariser Gesellschaft. Unter den befreundeten Musikern sind vor allem Berlioz und Chopin zu nennen, auch Paganini diente ihm als Leitfigur für sein Selbstbild als Virtuose. 1833 lernte Liszt seine spätere Lebengefährtin Gräfin Marie d'Agoult kennen, mit der er die nächsten vier Jahre in der Schweiz verbrachte. Von der Schweiz aus unternahm er Reisen nach Frankreich und Italien. Die Aufenthalte in der Schweiz und in Italien schlugen sich künstlerisch in einer Reihe von poetischen Klavierstücken nieder, die Liszt in die Sammlung "Album d'un voyageur" aufnahm und später in die beiden ersten Bände der "Années de pèleringae" umarbeitete.
Virtuosen- und Glanzperiode und die Weimarer Zeit
1838 war der Auftakt einer beispiellosen Virtuosenkarriere. Liszt brach zu ausgedehnten Tourneen durch ganz Europa auf. Begeisterter Zuspruch und fanatischer Jubel lassen bald die sogenannte "Lisztomanie" aufkommen. Im Februar 1848 ließ sich Liszt mit seiner neuen Lebensgefährtin, der Fürstin Carolyne v. Sayn-Wittgenstein in Weimar nieder. Als Hofkapellmeister forcierte er das zeitgenössische Repertoire, darunter vor allem Kompositionen von Schumann, Berlioz und den im Schweizer Exil lebeneden Richard Wagner. Es entstehen u.a. Hauptwerke wie die Klaviersonate in h-moll, die beiden Klavierkonzerte, der Totentanz sowie die 12 Symphonischen Dichtungen, die Faust und die Dante-Symphonie, mit deren Konzeption der einsätzigen Symphonischen Dichtung er eine Neuorientierung der Symphonik nach Beethoven im Zeichen des "Poetisch-Musikalischen" bzw. der sog. "Programmmusik" versuchte. Durch das Wirken von Franz Liszt wurde Weimar zu einem Zentrum des musikalischen Fortschritts in Deutschland, was ab 1859 zur Bezeichnung "Neudeutsche Schule" führte. Die Altenburg, der Wohnsitz Liszts in Weimar, wurde zu einem interkulturellen Anziehungspunkt für junge Künstler und Schriftsteller aus ganz Europa.
Rom und die letzten Jahre
1861 legte Liszt sein Amt in Weimar nieder und brach nach Rom auf. Die Römer Zeit ist stark geprägt von einer Hinwendung Liszts zu Katholizismus und der Komposition geitlsicher Musik, veranlasst durch private Schicksalsschläge. Hier entstanden nach der "Graner Messe" mehrere Psalmvertonungen., die "Missa choralis" sowie die beiden Oratorien "Die Legende von der Heiligen Elisabeth" und "Christus". Ab 1869 wohnte Liszt jeweils mehrere Monate des Jahres abwechselnd in Weimar, Pest und Rom.
Am 31. Juli 1886 starb Franz Liszt in Bayreuth an den Folgen einer Lungenentzündung.




